Dienstag, 26. Juni 2012

Feuerlöscher unter den Pflanzen !

So nennen sie die Heilkundigen : Spierstaude, Wiesenkönigin (frz. reine de pre), Wilder Flieder, Krampfkraut, Geißbart, Honigblüte, falscher Holler, Metkraut, Immenkraut,Stopparsch (bei Durchfall), Rüsterstaude, Sumpf-Spirä und noch vieles mehr : allgemeiner bekannt unter

 Mädesüß (Filipendula ulmaria)

Sicher kennt ihr das Mädesüß ! Es wächst und blüht momentan entlang von  Bächen, in feuchten, nährstoffreichen Wiesen und Straßengräben und wird bis zu 1,5 m hoch. Der Duft der Wiesenkönigin ist schwer, manche erinnert er an Mandeln, Vanille oder Honig. Mich eher an das Wartezimmer der Zahnarztpraxis :-((

Vielleicht war das der Grund, warum ich lange einen großen Bogen um sie herum machte ????

Doch dann hat mich ihre Wirkung und ihre medizingeschichtliche Herkunft fasziniert : a spirea, erinnert das nicht an Aspirin ??? Unser heutiges meistgekauftes Schmerzmittel hat seinen Ursprung aus der Spirea (Mädesüß). 1838 gelang einem Chemiker die Extraktion des Salicins aus dieser Pflanze und 60 Jahre später konnte man A-cetyl-Salicylsäure synthetisch nachbauen : die Geburtsstunde unseres heutigen Aspirins.

Das alles kann sie mit ihren Inhaltsstoffen aus ätherischen Ölen, Flavonoiden, Gerbstoffen, Schleim und Salicylsäure:  sie wirkt schmerzstillend, krampflösend, harntreibend, schweißtreibend, entgiftend, herzstärkend, antirheumatisch, entzündungshemmend, und wird eingesetzt bei : Fieber, Kopfschmerzen, Erkältungskrankheiten, und allen "entzündlichen, heißen Prozessen" (Feuerlöscher), sie neutralisiert Säuren im Blut, verzögert aber auch die Blutgerinnung (Vorsicht bei entsprechender Indikation), verbessert die Fließfähigkeit des Blutes und der Lymphe, verhindert die Überproduktion von Magensäure und findet deshalb Anwendung bei Magen und Zwölffingerdarmgeschwüren, ausserdem bei Durchfall, was ihm den deftigen Namen "Stopparsch" eingebracht hat.....
äußerlich angewandt hilft ein Tee aus Wurzeln bei geschwollenen Beinen aufgrund von Ödemen, als kühlende Lotion bei Sonnenbrand, als Erst-Hilfe-Umschlag  bei akuten Ekzemen, als Blütenessenz bei Verspannungen im Kopf-und Halsbereich, in der Küche zum Aromatisieren von Süßspeisen, Sirup, Likör und Wein (vor allem die Belgier und Franzosen wissen dies zu nutzen).



Hier seht ihr ein Glas mit Mandelöl, in welches ich Mädesüßblüten über 2-3 Wochen hinweg eingelegt hatte. Morgen wird daraus eine schmerzstillende Salbe entstehen. Daneben ein Likörchen, welches uns dabei "in die richtige Schwingung" bringen wird.............


und hier sind die Blüten über Nacht in Quellwasser ausgezogen, um daraus einen Sirup zu zaubern.

Schon in früheren Zeiten hat man Mädesüß verwendet, um allerlei damit zu aromatisieren. Wahrscheinlich kommt sogar sein Name daher, dass mit ihm Honigwein (Met) gesüßt wurde. Eine andere Variante wäre, dass die "Mahd" (Heuernte) süsslich roch................hat also nichts mit einem süssen Mädchen zu tun.

So wie heute noch in manch südlichen Ländern üblich, hat man Mädesüß als Streukraut für den Boden verwendet, um zum einen den Raum zu aromatisieren und zum anderen mit seinem starken Duft Dämonen (Bakterien) fern zu halten.

Den keltischen Druiden galt sie, zusammen mit Wasserminze und Eisenkraut, als heilige Pflanze.

und last but not least haben Mädesüssblüten eine interessante Wirkung auf unsere Psyche/Seele (www.bluetenessenz.de) :

die Essenz ist wichtig für das Thema "geben und nehmen". Menschen, die sich durch einen Mangel an Urvertrauen in einem Dauerzustand von Anspannung, Besorgnis und Beklemmung befinden, die glauben, nur alles aus sich selbst heraus schaffen zu können, sind mit Hilfe von Mädesüß in der Lage das Urvertrauen zurück zu gewinnen.Dann ist es möglich, sich treiben zu lassen und sein bestes zu verströmen : Mädesüß fördert die Entspannung und schenkt Zufriedenheit !

Lasst uns Mädesüß sammeln, die Welt braucht es !

es grüßt Euch herzlich

Gesa

Kommentare:

  1. Hallo Gesa,
    schön, dass Du über das Mädesüß berichtest !!
    Schon lange bin ich fasziniert von dieser alten Heilpflanze, doch leider scheiterten meine Versuche, sie in meinem Garten anzusiedeln. Mein Standort ist zu heiß und trocken - außer im Augenblick.
    Ich glaube, es kommt nicht von ungefähr, dass man sich auch instinktiv mit denjenigen Pflanzen beschäftigt, welche einem gut tun.
    Nachdem ich nun den letzten Anschnitt Deines Postings gelesen habe, weiß ich, dass ich einen weiteren Versuch starten werde *lach*
    Vielen Dank für den Anstubser
    Liebe Grüße Joona

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  2. Hallo Joona,

    danke für deine Rückmeldung !
    Ja, ich glaube auch fest daran, dass die Pflanzen, die uns faszinieren etwas mit uns zu tun haben.Hast du keine Möglichkeit eine Wanne aufzustellen ? Bei mir ist das Mädesüß in einer Zinkwanne gekommen (die ich nicht übermässig feucht halte), aber ich wohne auch in einer feuchten Gegend.Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg, wenns nicht klappt, weißt du ja, wo du sie finden kannst ;-)))

    Lieben Gruß
    Gesa

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  3. Mädesüß........ da möchte ich gleich losgehen und sammeln.
    Stellst du dir auch eine Essenz herß Kann man das überhaupt selber machen?

    LG
    Christine

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  4. Hallo Christine,

    ja, so ähnlich ergeht es mir auch oft, wenn ich über eine Pflanze lese. Blütenessenzen kann man ganz einfach selbst herstellen, schau mal hier :

    http://www.heilkraeuter.de/bluetenessenzen/sonnenmethode.htm

    Feuerlöscher für den Notfall kann man/frau immer gut brauchen !

    Viele liebe Grüße

    Gesa

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  6. Bei Dir findet man ja tolle Rezepte! Zwar hatte ich im Mai auch eine Serie über Wildkräuter und sammle und esse selber viel von der Wiese, aber da sind ja noch viel mehr Anregungen bei Dir zu finden, an die ich noch gar nicht gedacht hatte. Mädesüß hab ich am Sonntag erst bewundert und gepflückt, aber vorerst nur für die Vase. Klingt aber, als hätte ich mir besser einen Tee daraus gebraut. ;-)
    Bisher kannte ich nur die Süßkraft und dass früher Salycylsäure für Aspirin daraus extrahiert wurde...

    Lieber Gruß,
    Katja

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